Reclam-Challenge: Educating Rita

Rita versucht durch ein Studium aus der Monotonie der Arbeitswelt auszubrechen. Sie möchte die Perspektivlosigkeit ihres Lebens überwinden. Im Rahmen der Open University soll ihr der ständig trinkende Literaturprofessor Frank Bryant bei der Vorbereitung auf das Examen zur Seite stehen. Dieser möchte sie zunächst an einen anderen Tutoren vermitteln, doch durch ihre offene und direkte Art gewinnt sie ihn für sich. Es entwickelt sich eine Beziehung auf persönlicher Ebene. Der Leser erfährt, dass Rita eigentlich Susan White heißt und eine 26-jährige Friseurin ist. Rita kritisiert das Leben der Arbeiterklasse, der sie angehört, als sinnleer und monton. Durch die Kurse der Open University möchte sie sich weiterbilden und zu sich selbst finden. Im Laufe der Zeit wächst ihr Interesse für Poesie und Literatur, dabei distanziert sie sich immer mehr von ihrem Mann, ihrer Familie und ihren Freunden. Rita fühlt sich als Außenseiter und bezeichnet sich als „half-caste“, da sie nicht mehr vollständig zur Arbeiterklasse gehört, aber wegen ihres Slangs und fehlendem Allgemeinwissens auch noch nicht zur gehobenen Schicht. Schließlich verlässt sie sogar ihren Mann, da dieser gegen die Ausbildung ist.

Rita gewinnt mit der Bildung mehr Selbstbewusstsein, freundet sich mit andern Studenten an und besteht die Prüfungen mit Bravour. Frank fühlt sich von Rita im Stich gelassen und ist der Meinung, dass sie ihre Einzigartigkeit im Laufe der Ausbildung verloren hat. Sie ist jetzt wie jeder seiner anderen Studenten. Zudem versucht Rita nicht mehr den Slang der Arbeiterklasse zu sprechen. Aber auch Rita erkennt, dass das Leben in der gehobenen und gebildeten Schicht nicht perfekt ist, als ihre Mitbewohnerin an einem Selbstmordversuch scheitertet.

Frank wird von seiner Freundin verlassen und wird von Studenten aufgrund seines überhöhten Alkoholkonsums gemeldet. Daraufhin wird er nach Australien geschickt. Er möchte, dass Rita ihn begleitet.

Das Stück Educating Rita von Willy Russell ist ein Drama, das aus 2 Akten besteht. Gelesen habe ich es als Fremdsprachentext – also in der Originalsprache Englisch. Entgegen meiner Erwartungen stellte sich das Stück als durchaus lesenswert heraus. Es regt zum Nachdenken an und zeigt, dass man sich verändern kann – wenn man den Willen dazu hat. Bei der Veränderung geht es nicht um Äußerlichkeiten wie die Frisur, sondern um den Charakter und das Wesen des Menschen. Des Weiteren zeigt es die Ähnlichkeit der Menschen auf – egal aus welcher Schicht sie kommen. Jeder kann Probleme haben und sich „unwohl“ in seinem Bekanntenkreis fühlen. Rita wird langsam Teil der gebildeten Schicht, die sie als die bessere erachtet, und in der sie sich freier fühlt als in der Arbeiterschicht. Frank dagegen mag Ritas Art, die sie zu Beginn des Stückes hat und die sie als typisches Mitglied der Arbeiterklasse charakterisiert. Die Bildung, die an Universitäten gelehrt wird, ist für ihn nur ein Spiel mit bestimmten Regeln, an die man sich zu Halten hat. Für Cleverness ist dort kein Platz. Folglich ist auch die Unterschiedlichkeit von Sichtweisen eine Thematik des Dramas.

Insgesamt ist das Drama durchaus lesenswert, zählt aber definitiv nicht zu meinen Lieblingslektüren!

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2 Kommentare zu “Reclam-Challenge: Educating Rita

    • Hey,

      ja, ehrlich gesagt musste ich das Buch als Klausurvorbereitung lesen – waren sozusagen 2 Fliegen mit einer Klappe!
      Die Idee für die Challenge war einfach spitze!

      Liebe Grüße
      mrsminirobot

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