Nachwuchs: Mein Kind(le)

„Hey, schön euch zu sehen. Hab leider grad überhaupt keine Zeit, ich muss schnell nach Hause. Ich hab mein kindle im Rucksack.“

„Was?!? Du hast ein Kind im Rucksack?“

Ungläubige und entsetzte Blicke von allen Seiten. Zum Glück kann ich die Jungs schnell beruhigen. Kein Kind. Ein Kindle. Das Missverständnis war schnell beseitigt, die Witze bleiben: „Von wem ist denn dein kind(le)?“, „Kriegst du eigentlich auch kindle-Geld?“.

Im Moment ist der eBook-Reader „mein Baby“. Weich gebettet in seiner Hülle hat er auf dem Schreibtisch einen Ehrenplatz – damit dem Gerät auch ja nichts passiert. Wäre auch zu schrecklich. Immerhin haben mein Kindle und ich schon viel zusammen erlebt. Aber von Anfang an:

Donnerstag, 08. Dezember 2011. 9.03 Uhr. Ich sitze an meinem Schreibtisch. Das Handy klingelt – ich schrecke auf. Eine SMS von DHL: „Guten Tag, Ihre Sendung liegt in der PACKSTATION …“. Hektisch packe ich alle Unterlagen für die Hochschule zusammen – zur Packstation und dann wieder zurück ins Wohnheim schaffe ich es vor Vorlesungsbeginn nicht mehr. Eilenden Schrittes und voller Vorfreude mache ich mich auf den Weg. Zum Glück ist die Packstation direkt bei der S-Bahn-Haltestelle – da muss ich sowieso hin. Ob die Lieferung an die Packstation wirklich geklappt hat? Und was, wenn ich meinen PIN nicht mehr weiß?!? Angst macht sich breit – immerhin hatte ich zuvor noch nie ein Paket an eine Packstation liefern lassen! Endlich an dem gelben Paketlager angekommen, zücke ich meine goldene Karte und schiebe sie in den Kartenleser. Jetzt den PIN eingeben… Nur noch auf Fach öffnen klicken – und tatsächlich springt neben mir eines der gelben Fächer auf. Darin fast schon unscheinbar ein kleines Paket: mein Kindle! Mit dem Paket in der Hand mache ich mich auf den Weg zur S-Bahn (derweil schreibe ich noch schnell eine SMS an meine Kollegen, um sie über das freudige Ereignis zu unterrichten). In der S-Bahn-Station kann ich mich nicht mehr zurückhalten: ich öffne das Paket. Kurz bewundere ich das Gerät und verstaue es dann sicher in meinem Rucksack – bis ich es das erste Mal benutzen kann, muss ich mich noch etwas gedulden. In der Hochschule muss ich mich einfach bemerkbar machen: „Mein Kindle ist daaaa!“. Die Aufmerksamkeit ist sofort mein – „Kann ich es mal sehen?“ „Darf ich es ausprobieren?“. Nö – dürft ihr alles nicht. Das muss noch in seiner Schachtel bleiben, bis es das erste Mal gefüttert… äh… aufgeladen wird. Ich vertröste meine Kommilitonen auf den nächsten Tag und warte gespannt auf Vorlesungsende. Wenn ich da schon geahnt hätte, dass ich mit dem kindle am selben Tag noch einen Ausflug etwas anderer Art unternehmen würde… Aber davon erzähle ich euch das nächste Mal!

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