Studium, oh Studium

Also eigentlich habe ich im Moment gar keine Zeit. Schon absolut gar nicht zum Bloggen. Und ehrlich gesagt drücke ich mich gerade etwas vorm Lernen – da erzähle ich doch irgendwie der Menschheit lieber von meinem Leben.

Letztens habe ich von der ACTA Demonstration in Stuttgart berichtet. Am Wochenende ist wieder eine und ich würde liebend gerne teilnehmen. Nur geht das nicht – nächste Woche schreibe ich vier Prüfungen. Mein erstes Theoriesemester ist nämlich fast vorbei und jetzt bin ich an der Reihe: mein Können muss unter Beweis gestellt werden (hoffentlich stellt sich am Ende nicht heraus, dass es eher ein Nicht-Können war…).

Mit meiner Studienwahl bin ich vollkommen zufrieden. Die Kurse interessieren mich alle – die ein oder andere Vorlesung zwar weniger als die anderen, aber oft wird das dann durch gute Dozenten ausgeglichen, so dass auch diese Vor- und Nachmittage erträglich waren. Es ist seltsam, sich jetzt von den ganzen Dozenten zu verabschieden. In mir kommt das Gefühl auf, dass ich in der Schule immer vor den Ferien hatte. Nur habe ich jetzt nicht frei, ab übernächster Woche muss ich wieder Arbeiten und „nebenbei“ (d.h. am Wochenende) noch das ein oder andere für die Hochschule erledigen. Das duale Studium ist zwar eine relativ zeitintensive Sache, aber trotzdem kann ich mich bis jetzt nicht über einen Mangel an Freizeit beklagen.

Am 2.3. schreibe ich die letzte Prüfung (BWL) und zur Belohnung gehe ich abends auf ein Konzert von Rise against. Begleiten wird mich ein Kommilitone – und das obwohl er bei der Konkurrenz arbeitet :D. Das wird hoffentlich ein super Abschluss einer genialen Theoriephase! Mit einem lachenden und einem weinenden Auge werde ich Samstag in einer Woche die Stadt verlassen, um an meinen Arbeitsort umzuziehen: auf der einen Seite freue ich mich in mein Heimatbundesland zurückzukommen und dort einige „alte“ Bekannte und Freunde zu treffen, aber auf der anderen Seite werde ich die ganzen Leute, die ich her kenne bzw. kennengelernt habe vermissen – aber es gibt spätestens 8 Wochen später ein Wiedersehen.

#StopACTA – Die Jugend auf der Straße

Die Generation Internet demonstriert gegen ACTA. Ich war in Stuttgart mit auf der Straße und habe eine Entscheidung bereut: Meine DSLR nicht mitzunehmen. Heute wurden nicht Schuhe in die Höhe gestreckt, sondern Kameras. Jeder hat wohl in irgendeiner Form die Demonstration bildlich festgehalten und bestimmt die Hälfte der Leute hatte eine Digitale Spiegelreflex dabei.

Treffpunkt war um 15h am Friedrichsbau (Börse). Als ich ankam war schon der gesamte Platz gefüllt. Unglaublich viele Menschen mit Guy Fawkes-Masken, Plakaten und Fahnen waren gekommen. Die Gestaltung der Plakate war dem Altersdurchschnitt entsprechend: Jugendsprache (ACTA DAFUQ) und memes überall wo man nur hinsah.

Die Stimmung war super. Es hat Spaß gemacht an der Demonstration teilzunehmen – über die ein oder andere lustige Situation wurde gemeinsam gelacht und – natürlich – gemeinsam gegen ACTA demonstriert. Ein paar Jugendliche hatten einen Einkaufswagen inkl. Musikanlage dabei, es wurden Guy Fawkes-Masken aus Papier verteilt, die Piraten zogen einen Wagen in Form eines Schiffs durch die Gegend und andere Parteien schwenkten ihre Fahnen. Es war der Wahnsinn, wie viele Leute teilgenommen haben! Ungefähr 5000 sollen es in Stuttgart gewesen sein…

 

Zum Abschluss versammelten sich alle noch einmal beim Schlossplatz. Gemeinsam wurden Sprüche wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Freiheit klaut“ geschrien und munter zu „Wer nicht springt ist für ACTA“ gehüpft.

Am besten schaut ihr euch Fotos von den Demonstrationen an, so bekommt ihr den besten Eindruck von der Stimmung. Und wenn ich es hinkriege, gibt es demnächst von mir auch noch ein Video mit Impressionen von der Demo.

Denkanstoß!?!

Da bist du aber die Ausnahme!

Das ist für ein Mädchen aber ungewöhnlich!

In letzter Zeit habe ich diese Aussagen immer wieder gehört. Leider – muss ich sagen. Wieso ist frau eine Ausnahme, wenn frau sich die Haare nicht färbt und wenn frau sich nicht schminkt? Wieso ist es so außergewöhnlich, wenn frau etwas Technisches studiert? Muss frau sich als weibliches Wesen für Klamotten und Schuhe interessieren?

Mir scheint es, als ist die Frauenwelt nur noch eine Barbiewelt. Klar, das ist bis zu einem gewissen Punkt in Ordnung und wahrscheinlich auch gut, aber ist der passende Nagellack wirklich immer das Wichtigste Gesprächsthema? Haben wir nicht viel größere Probleme auf der Welt und sollten uns mehr darum kümmern?

Lagebericht Studium

Mittlerweile studiere ich schon eine ganze Weile. Das erste Semester nähert sich auch langsam dem Ende. In 3 Wochen schreibe ich meine Prüfungen und hoffentlich geht dabei alles gut.

Was am Anfang noch eher wie ein Spaziergang wirkte, ist mittlerweile ganz schön anstrengend geworden – wie eine Bergwanderung. Aber es ist eine schöne Wanderung. In der Zwischenzeit hat nicht nur der Lernstress begonnen, sondern ich habe bereits den ersten Teil eines assignments abgeben müssen. Nie hätte ich gedacht, dass ich innerhalb von so kurzer Zeit so viel lernen würde – zu meinen Vorlesungen gehören nicht nur Grundlagen der Informatik, Programmieren und Web Engineering, sondern auch BWL, Projektmanagement und Intercultural Communication. Dadurch ist mein Studium sehr vielseitig und es wird nie langweilig.

Allerdings muss ich mich jetzt wirklich reinhängen. Vier Prüfungen innerhalb einer Woche wird bestimmt nicht leicht und immerhin will ich das bestmögliche Ergebnis erreichen.

Damit der Spaß trotzdem nicht zu kurz kommt, habe ich ein kleines Projekt begonnen: Regelmäßig stelle ich Bilder vom Roboter auf Reisen online. Also wenn ihr Lust habt, schaut euch an wo der Kleine schon überall war und was er erlebt hat!