Facebook, Twitter und Co.@Politik – eine Podiumsdiskussion

Der 03. Mai 2012 war für mich hauptsächlich ein Tag der Abschiede, aber es war auch ein Tag des Wiedersehens: Abends besuchte ich eine Podiumsdiskussion, veranstaltet von der Hanns-Seidel-Stiftung im Konferenzzentrum München, zum Thema „Facebook, Twitter und Co.@Politik: Veränderte politische Beteiligung und Kommunikation durch Social Media?“ bei der ich viele liebe Menschen, die ich teilweise schon lange nicht mehr gesehen hatte, wiedergetroffen habe.

Die Podiumsteilnehmer waren Tomás Vio Michaelis, Andreas Bachmann, Renate Dodell, Andreas Jungherr, Daniel Michelis und Matthias J. Lange. Zunächst gaben alle sechs ein Eingangsstatement ab. Besonders eindrucksvoll fand ich das Statement von MdL Renate Dodell, das von ihrem Einsatz von facebook und twitter handelte und ihre positive Einstellung den Sozialen Netzwerken gegenüber zeigten. Sie nutzt Social Media gezielt für ihre politische Arbeit, was ich sehr gut finde, und erwähnte zudem, dass der bayrische Landtag twittert.

Tomás Vio Michaelis berichtete von seiner Heimat Chile und dem Fall Camila Vallejo – der Anführerin der Studentenbewegung in Chile und Mitglied der Juventudes Comunistas de Chile (Jugendverband der Kommunistischen Partei Chiles). Diese reagierte nicht auf die Tweets von Yoani Sánchez – der Autorin des ersten unzensierten Blogs aus Kuba (Generación Y) – und deren Einladung zu einem gemeinsamen Gespräch.

Auch Andreas Jungherr von der Universität Bamberg und Prof. Dr. Michaelis brachten interessante Aspekte in die Diskussion ein, wie zum Beispiel, dass immer mehr ältere Menschen facebook beitreten und es beispielsweise passiert, dass die eigene Mutter mit der Ex-Freundin befreundet ist. Michaelis stellte dem Publikum zudem die Frage: „Wer von Ihnen hat noch einen Wecker, mit dem man nicht telefonieren kann?“. Er spielte damit auf die zunehmende Anzahl der Smartphones und deren starke Einbindung in den Alltag an. Jungherr hingegen meint, dass viel von der Aufregung um die sozialen Medien in zehn Jahren verschwunden sein wird und wir gelernt haben werden, besser damit umzugehen.

Andreas Bachmann vom BR erläuterte ein neues Projekt des Bayrischen Fernsehens. Am 14. Mai startet um die Rundshow, eine Sendung bei dem die Zuschauer beim Fernsehen beteiligt werden sollten und das typische Sender – Empfänger – Modell aufgebrochen wird. So werden Studiogäste per Skype zugeschalten und die Zuschauer können per twitter u.ä. ihre Meinung live während der Sendung kund tun. Weitere Infos findet ihr hier.

Matthias J. Lange lieferte ein sehr eindrucksvolles und kurzweiliges Statement. Er sagt, es sei nicht alles immer weiß oder schwarz – die Welt sei grau. Außerdem fragte er in die Runde, wer früher einen C64 hatte und erzählte davon, dass man auch schon früher auf dem Pausenhof Daten illegal getauscht hatte – und zwar die Spiele für den Computer. In der anschließenden Diskussion fügte er noch hinzu, dass die Frage nach Datenschutz ein deutsches Thema sei, aber ein wichtiges. Des Weiteren ist Medienkompetenz wichtig und Datenschutz ergibt sich daraus, deshalb ist es unabdingbar Schülern von Anfang an diese Kompetenz zu vermitteln.

Die Veranstaltung konnte schon fast als twitter – Treffen und die twitterwall war stets gefüllt, auch dank der Podiumsteilnehmer bzw. um genau zu sein eines Podiumsteilnehmers :). Die Resonanz auf die Veranstaltung war insgesamt sehr positiv und auch ich kann mich dem nur anschließen. Am Ende des Abends war allerdings der Akku meines Smartphones leer…

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