Der Laden des Grauens

Kennt ihr Hollister? Ja?!? Mir hat die Marke bis vor kurzem noch gar nichts gesagt. Als mir dann aber eine Freundin aus Schulzeiten begeistert erzählt hat, dass ein Laden ganz bei uns in der Nähe eröffnet hat, habe ich beschlossen mir den auch mal bei Gelegenheit anzuschauen.

Heute war es dann soweit und ich habe den Laden mit eigenen Augen zu Gesicht bekommen. Schon lange habe ich keinen so schrecklichen Laden mehr gesehen. Aber von vorne. Das Geschäft befindet sich in einem großen Einkaufszentrum und normalerweise findet man da die Läden ziemlich schnell. Nur bei Hollister war das nicht so klar zu erkennen und als ich das erste Mal daran vorbeigelaufen bin (es sollten noch etliche weitere Male folgen), habe ich mich gewundert, dass mitten im Einkaufszentrum so eine düstere Cocktailbar – oder doch ein Steakhouse – ist. Nachdem ich dann erfolgreich herausgefunden hatte, dass das genau der Laden ist, den ich gesucht habe, habe ich mich an dem auf Gürtelhöhe hängenden Kronleuchter im Eingangsbereich vorbei gewagt und bin brav dem Pfeil gefolgt, der mir angab wo die Frauenklamotten hängen.

Leider habe ich auf den ersten Blick von den Klamotten nur recht wenig gesehen, weil es in dem Laden sehr dunkel war. Wie kann man da denn wissen, was man eigentlich gerade kauft?!? Ich stelle mich also erstmal an einen Tisch mit ganz vielen T-Shirts oder sowas drauf und plötzlich quatscht mich von der Seite ein Typ an. Allerdings richtete er seine Worte nicht auf Deutsch an mich, sondern auf Englisch. Verwundert schau ich ihn an (okay, ich hab auch irgendwas mit beer verstanden, dabei wollte er mich nur „here“ begrüßen) und stelle dann fest, dass er sich bereits direkt neben die Tür gestellt hat und brav bei jeder eintretenden Dame seinen Spruch runterleiert. Jedes Mal die gleichen Worte. Immer auf Englisch. Am Eingang für Männer stand übrigens eine Dame, die wohl auch jeden einzeln begrüßt hat… Und verabschiedet wurde man von diesen netten Menschen auch noch.

Als ich mich dann irgendwann etwas an die Helligkeit – bzw. Dunkelheit – im Laden gewöhnt hatte, fing ich an mir das Kleidungsangebot anzuschauen. Leider war der Großteil der Kleidungsstücke nicht mit einem Preis ausgezeichnet, deswegen hab ich nicht mal eine Ahnung was das Zeug da kostet. Geht man nach der Stoffmenge, die verwendet wurde, kann es nicht viel kosten. Ob die Kleidung tatsächlich für Erwachsene war oder ob ich nicht doch in einem Klamottenladen für Kinder von 5 bis 12 gelandet bin, weiß ich auch nicht sicher. Es gab hauptsächlich sehr viele sehr kleine Größen und Hosen, Röcke oder Kleider waren so kurz wie möglich und/oder hauteng anliegend.

Zusätzlich zur Dunkelheit im Laden kam auch noch die sehr laute und dröhnende Musik. Anscheinend ist Hollister selbst von seinem Angebot nicht so begeistert, denn wieso sonst sollte man die Musik so laut aufdrehen, dass der Kunde davon fast benommen wird und das Licht auf ein Minimum dimmen? Ich war froh, als ich den Laden wieder verlassen habe. Aber vielleicht bin ich mit meiner Meinung alleine und den Meisten gefällt es… der Laden war jedenfalls voll.

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