Die Misere mit den Ärzten

„Waren Sie schon mal bei uns?“

„Nein.“

„Dann haben wir erst im Mai wieder freie Termine.“

 

Im Mai bin ich blind. Jedenfalls wenn ich danach gehe, wie sich meine Augen im Moment anfühlen. 

Seit Ewigkeiten war ich nicht mehr beim Arzt. Irgendwie ist es immer das Gleiche: Erst warte ich gefühlte Jahre im Wartezimmer, dann hört sich der Arzt 2 Minuten mein Problem an, „untersucht“ mich und stellt dann fest, dass er keine Ahnung hat. Aber eine Behandlungsmethode hat er trotzdem auf Lager. Deswegen habe ich es immer vor mir her geschoben zum Arzt zu gehen. Jetzt lässt es sich aber nicht mehr vor mir herschieben: meine Augen tun weh und ich brauche Hilfe. 

Arzttermin ausmachen ist aber nicht so einfach. „Vor Weihnachten haben wir nichts mehr. Morgen um 10 vor 2 könnten sie kommen.“ Das ich zur arbeitenden Bevölkerung gehöre scheint niemanden zu interessieren. Die nächste Praxis verweist mich unfreundlich auf freie Termine ab Mai, ein Arzt ist nur für Privatpatienten (was er aber nicht auf seiner Homepage erwähnt, jedenfalls nicht auffindbar). 

Selbst ist die Frau und ich hab mir erstmal Augentropfen besorgt. In der Apotheke um die Ecke meint der Verkäufer, dass ich zum Arzt gehen soll, wenn’s nicht besser wird. Und als ich ihm meine kläglichen Versuche einen Termin auszumachen schildere, meint er nur: „Es ist kurz vor Weihnachten. Da bekommen erstmal die einen Termin, die wirkliche Probleme haben.“ Na danke. 

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