Das Geheimnis des Glücks

Glück suchen viele. Doch meistens ist es in den kleinen Dingen des Lebens versteckt. Ein Buch, das glücklich macht – zumindest für die Dauer des Lesens, trägt den Titel  „Der Geschichtenerzähler oder das Geheimnis des Glücks“. Joel ben Izzy erzählt darin auf herzergreifende Weise seine eigene Geschichte. Es geht um einen Geschichtenerzähler, der sein wichtigstes Arbeitsmittel verliert: die Stimme.

In vierzehn Kapiteln geht es um Freud und Leid in seinem Leben. Jedes beginnt mit einer Geschichte. Manche dieser kleinen Erzählungen sind traurig, manche fröhlich, manche machen Mut, manche nehmen diesen. Das Buch zeigt, dass man die Hoffnung nie verlieren sollte, denn was als Leid erscheint kann sich als Glück erweisen und umgekehrt. Mir hat das Buch eine grauenvolle Zugfahrt versüßt – und die Verspätung hat bewirkt, dass ich alle 200 Seiten während der Fahrt lesen konnte.

Jedem von euch kann ich das Buch nur empfehlen. Es ist eine leichte Lektüre und definitiv geeignet für einen Winterabend am Kamin.

Joel ben Izzy, Der Geschichtenerzähler oder das Geheimnis des Glücks, HERDER spektrum, ISBN: 978-3-451-05597-3

Mein neuer Buchhändler: eBay

Letztens habe ich meinen ersten Kauf bei eBay getätigt. Zuvor hatte ich zwar Zugriff auf ein eBay-Konto, habe sogar schon mal was verkauft, aber irgendwie hatte ich nie das Bedürfnis meine Waren über diese Shopping-Website zu beziehen.

Anders in diesem Fall. Für eine Vorlesung wurde uns ein Buch empfohlen, dass in der deutschen Version um die 60€ kostet und in der englischen – die für mein Studium angebrachter ist – für knapp 70€. Das war mir doch etwas zu viel und so beschloss ich, mir das Buch zunächst nur auszuleihen.

Aber dann machte mein Mitbewohner die Entdeckung: bei eBay war das Buch für nicht mal 30€ erhältlich! Die englische Ausgabe, dritte Auflage und Versandkosten schon mit einberechnet. Es wurde zudem „Fast Shipping“ versprochen. Und heute kam tatsächlich meine irgendwann letzte Woche bestellte Ausgabe des Buches. Es ist die  „Easten Economy Edition“ und deswegen günstiger – das Paket kam direkt aus Indien. Das Buch schaut gut aus, fast genauso wie die us-amerikanische Ausgabe. Ich freu mich über das gesparte Geld und kann mir davon eventuell noch ein Buch fürs Studium kaufen 🙂

Büchereien, die Zweite – oder es geht auch anders

Letztens habe ich euch von der Stuttgarter Bücherei berichtet, aber nicht nur die Großstädter können etwas andere Büchereien bauen. Aber seht selbst:

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Dieses Prachtobjekt ist der ganze Stolz einer kleinen oberfränkischen Gemeinde. Zwischen Fachwerkhäusern und anderen alt(modisch)en Häusern steht dieses goldene Werk. Es ist die neue Gemeindebücherei, die auf drei Stockwerken ein recht beschauliches Angebot beherbergt – jedenfalls im Gegensatz zum Stuttgarter Bücherknast.

Mal schauen, was für außergewöhnliche Büchereien mir in Zukunft noch so begegnen werden….

Das Gefängnis der Bücher

Ein schönes, altes, hergerichtetes Haus. Wenn man es betritt, fühlt man sich geborgen, wie zu Hause. Die Einrichtung ist aus Holz, der Boden ist aus bereits etwas abgetretenem Parkett und in den Ecken und Nischen stehen gemütliche Sessel. Zwischen den eng aneinander stehenden Regalen sind vereinzelt Menschen anzutreffen. Und sie alle verbindet die Liebe zu Büchern.

So stelle ich mir eine Bücherei oder Bibliothek vor. Aber die Stuttgarter Zentralbibliothek ist da ganz anders. Schon von außen ist das Gebäude außergewöhnlich – es ist ein weißer Quader mit vielen Fenstern. Es wirkt fast einschüchternd und wenn man durch eine der vier Eingangstüren tritt (an jeder Seite des Gebäudes eine), dann tritt man in ein hochmodernes Gebäude. Auch Innen ist das Gebäude ganz in weiß gehalten, alles wirkt steril. Die Bücherausleihe, Bücherrückgabe, das Bezahlen von Gebühren – alles geht vollkommen automatisiert. Für all diese Dinge braucht es kein Personal. An vereinzelten Infopunkten sitzen noch Angestellte und stellen Büchereiausweise aus. Bezahlen muss man aber am Automaten. Wenn die Technik ausfällt, geht gar nichts mehr.

 

 

Die Raumaufteilung des Gebäudes ist verwirrend. In der Mitte des Grundrisse befindet sich ein Raum – dieser ist quadratisch, genauso wie das Haus selbst. 4 Stockwerke hoch ist der Raum und nimmt einen großen Teil des Gebäudes ein. Darin befindet sich nur ein winziger Brunnen. Grundriss des Brunnens: ein Quadrat. Da der Raum vollständig im Inneren des Gebäudes liegt, dringt nur wenig Licht durch die verschiedenen Eingänge hinein. Es ist düster. Der Platz zwischen diesem kleinen Würfel im Würfel dient zur Aufbewahrung von Büchern und anderen Medien.

 

Erreicht man das vierte Obergeschoss ist plötzlich wesentlich mehr Platz vorhanden. Man steht praktisch auf der Würfel-Halle und die gesamte Grundfläche wird nun für Regale genutzt. Aber das ist ein Ausnahmefall. Blickt man vom vierten Stock nach oben, sieht man die Decke des obersten Stockwerks. Also auf, es gibt noch einige Treppen zu steigen. Bis in den 8. Stock – weiter nach oben geht es nicht. Außer man begibt sich auf das Dach des Gebäudes. Von dort ist die Sicht über die ganze Stadt atemberaubend.

 

Die Auswahl der Bibliothek ist riesig. Jeder darf sich unglaublich viele Medien ausleihen, neben Büchern und Zeitschriften gibt es CDs und DVDs. Jeder kann sich Notebooks zum arbeiten ausleihen. Im 8. Stockwerk gibt es ein Café, die Toiletten sind im 1. UG. Für alle Eventualitäten ist gesorgt.

Und doch: die Bücherei wirkt kalt. Wird das Gebäude nicht mehr als Bücherei verwendet, kann man es zum Krankenhaus umfunktionieren, so steril wirkt alles. Die Bücher sind keine Bewohner des Gebäudes – sie sind Gefangene. Gefangene im Gefängnis der Bücher.

Thomas Mann: Königliche Hoheit

Dem ein oder anderen von euch mag schon bekannt sein, dass mein Lieblingsschriftsteller Thomas Mann ist. Allerdings habe ich noch lange nicht alle seiner Werke gelesen. In der letzten Woche habe ich seinen Roman „Königliche Hoheit“ gelesen – und mich hat das Buch begeistert!

Das zwischen 1906 und 1909 verfasste Werk wurde, wie alle anderen Werke Thomas Manns, im Fischer Verlag veröffentlicht. In einem Antiquariat konnte ich eine Ausgabe von 1958 für gerade mal einen Euro erwerben. So günstig kommt man manchmal zu gutem Lesestoff!

Die Handlung lässt sich gut auf den Punkt bringen. Es geht alles in allem um den Prinzen Klaus Heinrich, dessen Leben geschildert wird bis zu dem Punkt, an dem er eine amerikanische Millionärstochter ehelicht. Verglichen mit den Buddenbrooks ist der Roman relativ kurz und hat mit ca. 250 Seiten eine angenehme Länge (in den neueren Ausgaben hat der Roman wohl einige Seiten mehr, da die Schrift in der 1958er Ausgabe relativ klein gedruckt wurde).  „Königliche Hoheit“ ist auf jeden Fall eine Leseempfehlung wert!

Connected! (Nicholas A. Christakis & James H. Fowler)

Das 2009 erschienene Buch trägt den Untertitel „Die Macht sozialer Netzwerke und warum Glück ansteckend ist“ und schon dadurch wird der Inhalt des Buches gut auf den Punkt gebracht.

Allerdings darf soziale Netzwerke hier nicht missverstanden werden. Gemeint sind nicht Facebook, Google+ und Co, sondern die sozialen Netzwerke an sich: Beziehungen, Partnerschaften, etc.

Das Buch verdeutlicht, wie abhängig unser gesamtes Handeln von anderen ist. Die Freunde der Freunde meiner Freunde können mich noch in wichtigen Entscheidungen des Alltags beeinflussen, ohne dass ich diese jemals persönlich getroffen haben muss. Über das soziale Netzwerk werden Einstellungen zum Wahl- und Essverhalten weitergegeben, genauso wie Angewohnheiten – z.B. Rauchen. Es werden die Auswirkungen von Beziehungen auf uns geschildert und beispielsweise erklärt, welche Vorteile der Mann aus einer Ehe zieht und welche die Frau.

Insgesamt werden alle Erkenntnisse auf eine lockere und anschauliche Weise erklärt, so dass die knapp 400 Seiten des Buches zügig lesbar sind. Mir hat es Spaß gemacht von Emergenz und Co zu lesen und zu sehen, wie soziale Netzwerke unmerklich das Verhalten jedes Einzelnen beeinflussen können. Das Buch ist es auf jeden Fall wert gelesen zu werden!

Nicholas A. Christakis

James H. Fowler

Connected!

Die Macht sozialer Netzwerke und warum Glück ansteckend ist

(amerikanische Originalausgabe: Connected. The Surprising Power of Our Social Networks and How They Shape Our Lives)

S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

ISBN 978-3-10-011350-4

Die Memoiren der Fanny Hill (John Cleland)

Manch einer von euch weiß vielleicht schon, dass ich einen Lieblingsbuchladen habe. Auf einem meiner Streifzüge durch diesen wunderbaren Laden ist mir der Briefroman „Fanny Hill“ von John Cleland in die Hände gefallen. Okay, ich muss zugeben, dass einer der Hauptgründe für den Kauf des Buches dessen Aufmachung war. Klein, handlich, der rote Umschlag mit goldenen Buchstaben bedruckt – genau mein Fall.

Und dann habe ich noch eine Tatsache über das Buch entdeckt, die mich neugierig gemacht hat…

Nach seiner Veröffentlichung brach ein breiter öffentlicher Aufruhr los, die anglikanische Kirche forderte „die weitere Verbreitung dieses abscheulichen Buches zu beenden, das eine offene Beleidigung der Religion und guten Sitten darstellt“ (“to stop the progress of this vile Book, which is an open insult upon Religion and good manners”). Das Buch wurde verboten und Cleland, mittlerweile aus dem Schuldnergefängnis entlassen, daraufhin wieder unter Arrest gestellt.

Es kam auch zu heimlichen Veröffentlichungen in den USA, jedoch wurde Fanny Hill 1821 wegen Obszönität verboten. Erst 1966 hob der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten dieses Verbot wieder auf. In Australien dagegen darf das Buch bis heute nicht verkauft werden.

(http://de.wikipedia.org/wiki/Fanny_Hill)

Da musste ich das Buch natürlich sofort lesen! Ehrlich gesagt habe ich gedacht, dass das Buch nicht so schlimm sein kann. Immerhin wurde es bereits 1749 veröffentlicht. Letztendlich stellte es sich doch als sehr… sagen wir mal anschaulich… heraus. Wahrscheinlich würde das Buch auch heute noch die ein oder andere Diskussion auslösen.

Kurz und bündig schildert in dem Buch Fanny Hill in Form zweier Briefe einer Freundin ihren Lebensweg. Fanny war bis kurz vor diesem Zeitpunkt ein Freudenmädchen und schildert ihre Erfahrungen ziemlich detailliert.

Mehr will ich zu dem Buch jetzt gar nicht sagen – und wer neugierig ist, kann das Werk selbst lesen. Die englische Originalfassung findet ihr kostenlos hier und die deutsche Version gibt es für knapp einen Euro als eBook bei amazon zu erwerben.

The Vampire Lestat (Anne Rice)

Vampirgeschichten sind total im Trend. Allerdings bietet die Literatur wesentlich mehr im Bereich Vampire als die aktuell sehr beliebte Liebesgeschichte über die alle Mädels von 12 bis 30 reden. Zum Beispiel „The Vampire Lestat“ von der US-amerikanischen Schriftstellerin Anne Rice.

Anne Rice, Jahrgang 1941, war mit dem Dichter Stan Rice verheiratet. 1976 erschien ihr Debütwerk „Interview with the Vampire“, das ein Bestseller wurde und den Auftakt  zu einer Reihe von Vampirromanen bildete. „The Vampire Lestat“ ist der zweite Teil der sogenannten „Vanpire Chronicles“ und genauso wie der erste Teil ein Bestseller.

In dem Buch erzählt der Vampir Lestat seine Lebensgeschichte. Das Ganze ist in eine Rahmenhandlung gefasst, die darauf basiert, dass der Vampir das über ihn handelnde Buch „Interview with the Vampire“ gelesen hat und sich daraufhin dazu äußern möchte. Er verfasst deshalb selbst seine Biografie.

Ehrlich gesagt sind Vampirromane nicht so mein Fall. Das Buch ist gut geschrieben und die Geschichte ist an sich nicht schlecht, aber es zieht mich nicht in seinen Bann. Das liegt allerdings eindeutig an meinem Büchergeschmack und nicht an der Leistung von Anne Rice. Guten Gewissens kann ich jedem Fan von Romanen mit Vampiren und anderen nicht-menschlichen Wesen das Buch empfehlen!

Buch = bedrucktes Papier?!?

Schon seit einiger Zeit vollzieht sich ein Wandel: immer mehr Bücher werden digital verkauft und das Buch, wie wir es kennen, rückt in den Hintergrund. Für mich hat diese Entwicklung zwei Seiten: irgendwie liebe ich das Buch, wie ich es aus meinen Kindertagen kenne. Das bedruckte und qualitativ variierende Papier, die unterschiedlichen Formate, Schriftarten und Umschlaggestaltungen. All das fasziniert mich und insbesondere kleine, handliche Bücher haben es mir angetan. Meine Büchersammlung hat schon unglaubliche Ausmaße angenommen. Und genau das ist der Punkt, wieso ich digitale Bücher mag: ich kann alle immer mit mir herumtragen und sie brauchen fast keinen Platz. Kurz vor Weihnachten habe ich mir ein Kindle zugelegt (darüber hab ich auch schon den ein oder anderen Post verfasst…) und nehme seitdem alle wichtigen und unwichtigen Bücher überall mit hin – der Speicherplatz des Kindles reicht für mehr Bücher als ich bisher in gedruckter Form besitze.

Beide Varianten des Buches haben Vor- und Nachteile. Allerdings gibt es für mich einen großen Nachteil beim Kindle: meine Art des Buchkaufs funktioniert damit nicht. Normalerweise vollzieht sich bei mir das Aussuchen eines Buches folgendermaßen: ich begebe mich in ein (modernes) Antiquariat meiner Wahl, bin fasziniert wegen der großen Bücherauswahl und greife nur noch dem Format des Buches gehend nach einem Exemplar, lese die ersten Zeilen und wenn es mir nicht gefällt, lege ich es wieder weg und nehme das Nächste bis ich etwas passendes gefunden habe. Online funktioniert das nicht und da kann ich auch nicht etwas „greifbares“ mit nach Hause nehmen. Wohl gerade deswegen habe ich bis jetzt nur ein Buch online gekauft – und das hatte ich mir schon zuvor in einem Buchladen ausgesucht, dann aber im Angebot bei amazon gefunden. Für mich ist der Buchkauf im Laden etwas entspannendes und wird sich deshalb wahrscheinlich nicht so schnell ändern – zumindest was meine privaten Lektüren angeht. Fachbücher habe ich gerne auf meinem Kindle, denn dann kann ich sie leicht mit in die Hochschule nehmen und diese werden mir meist von meinen Dozenten vorgegeben, also entfällt die Problematik des Aussuchen des Buches.

Ob ich irgendwann meine Art des Buchkaufes ändern werde und auch alle privaten Lektüren online erstehen werde weiß ich nicht, aber vielleicht habe ich bald ja keine andere Wahl mehr… Aber egal ob gedruckt oder digital – der Wert des Buches liegt im Wort!

Buchempfehlung: Im Durcheinanderland der Liebe

François Lelord ist mit seinen Abenteuern rund um den Psychiater Hektor bekannt geworden. Doch er lässt nicht nur Hektor – der u.a. nach dem Glück und der Liebe sucht – Abenteuer erleben. In seinem 250 Seiten langem Roman „Im Durcheinanderland der Liebe“ schickt er einen Inuk nach Paris und der Leser erfährt viel über die kulturellen Unterschiede. So wundert sich der Inuk insbesondere über die andere Rollenverteilung in der europäischen Großstadt und den ihm vollkommen fremdem Lebensstil.

In dem Buch vergleicht der Inuk immer wieder die europäischen Gepflogenheiten mit denen seines eigenen Volkes. Es stellen sich erstaunliche Unterschiede heraus und der Leser fängt an, sich Gedanken über die hier übliche Rollenverteilung zu machen. Welcher Entwurf ist der richtige/ der bessere? Diese Frage muss allerdings jeder am Ende für sich selbst beantworten…