Reclam-Challenge 2011 – Tiffany & Ibrahim

Damit ich die Challenge dieses Jahr schaffe habe ich wieder ein Paar Reclam-Hefte gelesen.

Zum einen habe ich Truman Capote’s Breakfast at Tiffany’s gelesen. Das andere Buch war Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran von Eric-Emmanuel Schmitt. Beide Reclams habe ich schon vor Ewigkeiten erworben und konnte mich bis jetzt nicht dazu aufraffen sie ganz zu lesen. Immer wieder habe ich angefangen die Bücher zu lesen und fand sie schrecklich. Wieso weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr… denn jetzt habe ich beide gelesen und fand sie gar nicht so schlecht. Meine Lieblingsbücher werden es definitiv nicht, aber wer auf der Suche nach einem einfach zu lesenden englischen (Breakfast at Tiffany’s) oder französischen (Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran) Buch ist, der findet hier genau das Richtige. Einfach und schnell zu lesende Geschichten mit einer guten Story.

Was die Reclam-Challenge betrifft, hier eine kleine Zusammenfassung was ich bisher gelesen habe:

  1. Educating Rita
  2. Irrungen, Wirrungen
  3. Traumnovelle
  4. Iphigenie auf Tauris
  5. Kabale und Liebe
  6. Breakfast at Tiffany’s
  7. Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran

Fünf Reclam-Hefte muss ich noch lesen und das innerhalb der nächsten 2 Monate – mal schauen, ob ich das wirklich schaffe!

 

Reclam-Challenge: Kabale und Liebe

Nein, ich habe die Reclam-Challenge nicht vergessen. In der letzten Zeit bin ich bloß nicht dazu gekommen, von den gelesen Werken zu berichten. Schon vor einer Weile habe ich Schillers Kabele und Liebe gelesen.

„Zutaten“ des Werkes:

  • Liebe
  • unüberwindbare Standesunterschiede
  • Intrigen
  • der tragischen Tod der zwei Hauptpersonen

Ergebnis: ein Drama des Sturm und Drang

Schiller wird meistens als Dichter und Dramatiker der Weimarer Klassik angesehen, doch er hat bereits in der Epoche des Sturm und Drang wichtige Werke der Weltliteratur verfasst. Sein drittes Drama stellt gleichzeitig das letzte der Epoche des Sturm und Drang dar und trägt den Titel „Kabale und Liebe“. Ursprünglich war allerdings der Titel „Louise Millerin“ vorgesehen.

Kurz gesagt geht es in dem aus 5 Akten bestehenden Drama um Luise Miller und Ferdinand von Walter, die sich ineinander verliebt haben. Durch niederträchtige Intrigen (= Kabalen) wird die leidenschaftliche Liebe zerstört und das Stück endet mit dem Tod von Luise und Ferdinand.

Wie jedes andere Werk Schillers ist auch „Kabale und Liebe“ durchaus lesenswert – vorausgesetzt man liest gerne Dramen. Wie immer steckt im Drama mehr als nur eine Liebesgeschichte. Zum Beispiel werden Standesunterschiede und insbesondere   -grenzen zwischen Adel und Bürgertum thematisiert. Diese Problematik trifft zwar nicht mehr direkt auf die heutige Zeit zu, allerdings geht es auch um Intrigen und ihre Auswirkungen – ein mehr oder weniger zeitloses Thema.

Wer also gerne Dramen liest und Schiller und Goethe mag, der wird auch dieses Drama mögen!

Reclam-Challenge: Iphigenie auf Tauris

Goethe verwendete als Grundlage für sein Werk Iphigenie auf Tauris einen antiken Stoff. Seine Vorlage war Euripides‘ Werk Iphigenie bei den Taurern. Zunächst hatte Goethe sein Werk in Prosaform verfasst, doch während seiner Italienreise dichtete er es in ein Versdrama um.

Die Göttin Diana hat das Leben von Iphigenie gerettet. Seitdem dient Iphigenie der Göttin als Priesterin auf Tauris. Sie sehnt sich trotz ihrer Dankbarkeit gegenüber Diana immer mehr zurück in ihre Heimat. Von Thoas, der König von Tauris, und seinem Volk wird Iphigenie hoch angesehen, besonders in ihrer Tätigkeit als Priesterin. Trotzdem möchte Thoas, dass Iphigenie seine Frau wird und damit ihre Priestertätigkeit, die mit ihrer Jungfräulichkeit verbunden ist, aufgibt. Diese lehnt ab, woraufhin er den alten Brauch, dass jeder Fremde, der auf Tauris kommt, der Göttin Diana geopfert wird, wieder einführt. Iphigenie hatte es zuvor geschafft, dass alle Fremden begnadigt wurden. Zufällig wurden gerade zu dieser Zeit zwei Unbekannte am Ufer festgenommen. Iphigenie soll die Opferung vorbereiten, doch die zwei Männer sind „alte Bekannte“ von ihr.

Das Ende kann sich jeder denken, der mit der Literatur der Weimarer Klassik vertraut ist. Goethe konzipierte sein Werk nach den klassischen Regeln. Das Stück ist sehr lesenswert – allerdings sollte man zum besseren Verständnis der Handlung Hintergrundwissen an griechischer Mythologie haben. Die nötigen Informationen kann man sich aber auch (genauso wie ich) aus dem Netz holen…

Reclam-Challenge: Traumnovelle

Zur Zeit stecke ich im Lernstress, weil mir bald ein paar Prüfungen bevorstehen. Da es sinnvoll ist für diese Klassiker der deutschen Literatur zu lesen, wird mein Blog in der nächsten Zeit hauptsächlich mit Rezensionen dieser „gefüttert“ werden. Das ergänzt sich natürlich perfekt mit meiner Teilnahme an der Reclam-Challenge! Hier meine Meinung zum dritten gelesenen Büchlein:

Der Name Arthur Schnitzler wird dem ein oder anderen bekannt vorkommen. Er ist zwar kein deutscher Autor, dafür ein österreichischer Erzähler und Dramatiker. Als einer der bedeutendsten Vertreter der Wiener Moderne führte er den inneren Monolog mit seiner Novelle Leutnant Gustl in die deutschsprachige Literatur ein.

Stanley Kubrick verwendete für seinen Film Eyes Wide Shut Schnitzlers Traumnovelle als Vorlage. Die 1925 erschienene Novelle handelt von Fridolin und Albertine. Die beiden sind verheiratet und haben eine gemeinsame Tochter. Das Ehepaar hat sich voneinander entfremdet und gesteht sich gegenseitig die geheimsten Wünsche. Im Urlaub hatte ein Mann auf Albertine eine starke Anziehung ausgeübt und Fridolin war von einem jungen, entblößten Mädchen fasziniert. Keiner der beiden ist untreu geworden, dennoch zeigt es, dass beide Eheleute mit der momentanen Situation nicht zufrieden sind. Fridolin, der nach einem Krankenbesuch nicht sofort nach Hause zurückkehren will, erlebt eine aufregende Nacht in Wien. Seine suche nach sexuellen Abenteuern im nächtlichen Wien setzt er rachsüchtig fort, nachdem seine Frau ihm von einem Traum berichtet hatte. In diesem betrog sie ihren Mann, lies ihn foltern und hegte den Wunsch bei seiner Kreuzigung zu lachen. Fridolin erzählt seiner Frau von seinen Erlebnissen. Beide sind dankbar, dass sie heil davongekommen sind – egal ob aus den geträumten oder den wirklichen Geschehnissen. Die Eheleute finden am Ende wieder zueinander.

Insgesamt hat mir die Traumnovelle gut gefallen. Die Handlung ist sehr ungewöhnlich und bestimmt nicht jedermanns Geschmack. Die Geschichte wirft die Frage auf, ob wirklich alles, was Fridolin erlebt hat, Realität war oder ob auch er alles „nur“ geträumt hatte. Die Antwort auf diese Frage wird im Buch nicht definitiv beantwortet und bleibt, wie einiges anderes, dem Leser zur Interpretation überlassen.

Reclam-Challenge: Irrungen, Wirrungen

Theodor Fontane gilt als bedeutendster deutscher Vertreter des poetischen Realismus. Bekannt ist besonders sein Werk Effi Briest. 1888 erschien ein Roman von ihm, der den Titel Irrungen, Wirrungen trägt. Auf 180 Seiten beschreibt Fontane ein Liebesverhältnis, das aufgrund der Tatsache, dass es unstandesgemäß ist, scheitern muss. Es geht um die Beziehung zwischen Botho von Rienäcker, einem Baron und Offizier, und der kleinbürgerlichen Magdalene Nimptsch. Zunächst verbringen sie glückliche Tage miteinander, doch die beiden können nicht heiraten, da beide die Standesgrenzen nicht überwinden können. Botho erfährt zudem Druck von Seiten seiner Familie, die finanzielle Probleme hat. Er verlässt schließlich Magdalene, von allen Lene genannt, und heiratet seine Cousine Käthe. Diese ist eine gute Partie und durch die Heirat bessert sich die zuvor miserable Finanzlage der Familie von Rienäcker erheblich. Lene lernt schließlich Gideon Franke, einen Fabrikmeister, kennen und ehelicht diesen. Bis zuletzt hat Botho Sehnsucht nach seiner ehemaligen Geliebten und auch Lene hat noch Gefühle für Botho.

Fontane hat mit Irrungen, Wirrungen einen wundervollen Roman erschaffen, der die damalige Zeit wiederspiegelt. Auch wenn die Thematik heutzutage kein Problem in der Gesellschaft mehr ist, führt es doch vor Augen, dass nicht immer alles so einfach war wie heute. Standesgrenzen bestimmten damals den Alltag und konnten nur schwer überwunden werden – selbst wenn es um das Glück der betroffenen Personen ging. Die Freiheit des Individuums war damals also durch die Unmöglichkeit der freien Partnerwahl eingeschränkt.

Fazit: Das Buch ist absolut lesenswert und gehört definitiv zu einem meiner Lieblingsbücher!

Reclam-Challenge: Buchliste

Folgende Bücher möchte ich im Rahmen der Reclam-Challenge lesen:

  1. Educating Rita (Willy Russell)
  2. Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran (Éric-Emmanuel Schmitt)
  3. Breakfast at Tiffany’s (Truman Capote)
  4. Der Proceß (Franz Kafka)
  5. Soll ich? (Christop Fehige)
  6. Philosophiephilosophie (Richard Raatzsch)
  7. Frau Jenny Treibel (Theodor Fontane)
  8. Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen (Friedrich Nietzsche)
  9. Maria Stuart (Friedrich Schiller)
  10. Aus dem Leben eines Taugenichts (Joseph von Eichendorff)
  11. Nathan der Weise (G.E. Lessing)
  12. Woyzeck (Georg Büchner)

Einige der Bücher habe ich schon einmal gelesen; vielleicht ersetze ich diese noch durch für mich unbekannte!

Reclam-Challenge: Educating Rita

Rita versucht durch ein Studium aus der Monotonie der Arbeitswelt auszubrechen. Sie möchte die Perspektivlosigkeit ihres Lebens überwinden. Im Rahmen der Open University soll ihr der ständig trinkende Literaturprofessor Frank Bryant bei der Vorbereitung auf das Examen zur Seite stehen. Dieser möchte sie zunächst an einen anderen Tutoren vermitteln, doch durch ihre offene und direkte Art gewinnt sie ihn für sich. Es entwickelt sich eine Beziehung auf persönlicher Ebene. Der Leser erfährt, dass Rita eigentlich Susan White heißt und eine 26-jährige Friseurin ist. Rita kritisiert das Leben der Arbeiterklasse, der sie angehört, als sinnleer und monton. Durch die Kurse der Open University möchte sie sich weiterbilden und zu sich selbst finden. Im Laufe der Zeit wächst ihr Interesse für Poesie und Literatur, dabei distanziert sie sich immer mehr von ihrem Mann, ihrer Familie und ihren Freunden. Rita fühlt sich als Außenseiter und bezeichnet sich als „half-caste“, da sie nicht mehr vollständig zur Arbeiterklasse gehört, aber wegen ihres Slangs und fehlendem Allgemeinwissens auch noch nicht zur gehobenen Schicht. Schließlich verlässt sie sogar ihren Mann, da dieser gegen die Ausbildung ist.

Rita gewinnt mit der Bildung mehr Selbstbewusstsein, freundet sich mit andern Studenten an und besteht die Prüfungen mit Bravour. Frank fühlt sich von Rita im Stich gelassen und ist der Meinung, dass sie ihre Einzigartigkeit im Laufe der Ausbildung verloren hat. Sie ist jetzt wie jeder seiner anderen Studenten. Zudem versucht Rita nicht mehr den Slang der Arbeiterklasse zu sprechen. Aber auch Rita erkennt, dass das Leben in der gehobenen und gebildeten Schicht nicht perfekt ist, als ihre Mitbewohnerin an einem Selbstmordversuch scheitertet.

Frank wird von seiner Freundin verlassen und wird von Studenten aufgrund seines überhöhten Alkoholkonsums gemeldet. Daraufhin wird er nach Australien geschickt. Er möchte, dass Rita ihn begleitet.

Das Stück Educating Rita von Willy Russell ist ein Drama, das aus 2 Akten besteht. Gelesen habe ich es als Fremdsprachentext – also in der Originalsprache Englisch. Entgegen meiner Erwartungen stellte sich das Stück als durchaus lesenswert heraus. Es regt zum Nachdenken an und zeigt, dass man sich verändern kann – wenn man den Willen dazu hat. Bei der Veränderung geht es nicht um Äußerlichkeiten wie die Frisur, sondern um den Charakter und das Wesen des Menschen. Des Weiteren zeigt es die Ähnlichkeit der Menschen auf – egal aus welcher Schicht sie kommen. Jeder kann Probleme haben und sich „unwohl“ in seinem Bekanntenkreis fühlen. Rita wird langsam Teil der gebildeten Schicht, die sie als die bessere erachtet, und in der sie sich freier fühlt als in der Arbeiterschicht. Frank dagegen mag Ritas Art, die sie zu Beginn des Stückes hat und die sie als typisches Mitglied der Arbeiterklasse charakterisiert. Die Bildung, die an Universitäten gelehrt wird, ist für ihn nur ein Spiel mit bestimmten Regeln, an die man sich zu Halten hat. Für Cleverness ist dort kein Platz. Folglich ist auch die Unterschiedlichkeit von Sichtweisen eine Thematik des Dramas.

Insgesamt ist das Drama durchaus lesenswert, zählt aber definitiv nicht zu meinen Lieblingslektüren!

Reclam-Challenge 2011

Aus Zufall bin ich auf die Reclam-Challenge gestoßen. Initiiert wurde diese von Franziska Huhnke in ihrem Blog http://buecherchaos.wordpress.com/. Es geht darum mindestens 12 Reclam-Hefte im Jahr zu lesen (mind. 1 pro Monat) und anschließend eine Rezension über das jeweilige Buch auf seinem Blog zu veröffentlichen. Weiteres (inkl. meiner Leseliste) gibt es hier in Kürze…