Das Geheimnis des Glücks

Glück suchen viele. Doch meistens ist es in den kleinen Dingen des Lebens versteckt. Ein Buch, das glücklich macht – zumindest für die Dauer des Lesens, trägt den Titel  „Der Geschichtenerzähler oder das Geheimnis des Glücks“. Joel ben Izzy erzählt darin auf herzergreifende Weise seine eigene Geschichte. Es geht um einen Geschichtenerzähler, der sein wichtigstes Arbeitsmittel verliert: die Stimme.

In vierzehn Kapiteln geht es um Freud und Leid in seinem Leben. Jedes beginnt mit einer Geschichte. Manche dieser kleinen Erzählungen sind traurig, manche fröhlich, manche machen Mut, manche nehmen diesen. Das Buch zeigt, dass man die Hoffnung nie verlieren sollte, denn was als Leid erscheint kann sich als Glück erweisen und umgekehrt. Mir hat das Buch eine grauenvolle Zugfahrt versüßt – und die Verspätung hat bewirkt, dass ich alle 200 Seiten während der Fahrt lesen konnte.

Jedem von euch kann ich das Buch nur empfehlen. Es ist eine leichte Lektüre und definitiv geeignet für einen Winterabend am Kamin.

Joel ben Izzy, Der Geschichtenerzähler oder das Geheimnis des Glücks, HERDER spektrum, ISBN: 978-3-451-05597-3

Reclam-Challenge: Irrungen, Wirrungen

Theodor Fontane gilt als bedeutendster deutscher Vertreter des poetischen Realismus. Bekannt ist besonders sein Werk Effi Briest. 1888 erschien ein Roman von ihm, der den Titel Irrungen, Wirrungen trägt. Auf 180 Seiten beschreibt Fontane ein Liebesverhältnis, das aufgrund der Tatsache, dass es unstandesgemäß ist, scheitern muss. Es geht um die Beziehung zwischen Botho von Rienäcker, einem Baron und Offizier, und der kleinbürgerlichen Magdalene Nimptsch. Zunächst verbringen sie glückliche Tage miteinander, doch die beiden können nicht heiraten, da beide die Standesgrenzen nicht überwinden können. Botho erfährt zudem Druck von Seiten seiner Familie, die finanzielle Probleme hat. Er verlässt schließlich Magdalene, von allen Lene genannt, und heiratet seine Cousine Käthe. Diese ist eine gute Partie und durch die Heirat bessert sich die zuvor miserable Finanzlage der Familie von Rienäcker erheblich. Lene lernt schließlich Gideon Franke, einen Fabrikmeister, kennen und ehelicht diesen. Bis zuletzt hat Botho Sehnsucht nach seiner ehemaligen Geliebten und auch Lene hat noch Gefühle für Botho.

Fontane hat mit Irrungen, Wirrungen einen wundervollen Roman erschaffen, der die damalige Zeit wiederspiegelt. Auch wenn die Thematik heutzutage kein Problem in der Gesellschaft mehr ist, führt es doch vor Augen, dass nicht immer alles so einfach war wie heute. Standesgrenzen bestimmten damals den Alltag und konnten nur schwer überwunden werden – selbst wenn es um das Glück der betroffenen Personen ging. Die Freiheit des Individuums war damals also durch die Unmöglichkeit der freien Partnerwahl eingeschränkt.

Fazit: Das Buch ist absolut lesenswert und gehört definitiv zu einem meiner Lieblingsbücher!