Die Reise des Packesels

Dank meines Dualen Studiums darf ich alle paar Monate umziehen. Dann heißt es (fast) mein gesamtes Hab und Gut über 200km mit Zug, S-Bahn und zu Fuß transportieren. Immer wieder kann ich dabei die Hilfsbereitschaft meiner Mitbürger feststellen… oder eben auch nicht.

Als ich die letzten Male umgezogen bin, haben mich fast nur Männer angesprochen, ob sie mir helfen können. Da bin ich auch mit frisch gewaschenen Haaren, einem Lächeln auf dem Gesicht und ausgeschlafen verreist. Gestern war das anders. Mir wurde NUR von Frauen Hilfe angeboten. Ich war total fertig, hatte meine Haare zu einem einfachen Knoten zusammengefasst und total müde – kein Wunder nach max. 5h Schlaf, weil am Vortag ein Konzert war, und dem Streichen eines Zimmers.

Irgendwie finde ich das schon fast schade. Gestern hatte ich sogar den Eindruck, dass sich der ein oder andere Kerl über mich amüsiert hat. Klar, es muss schon ein nicht gerade alltäglicher Anblick sein, ein Junges Mädchen mit einem Trekkingrucksack, einem Notebookrucksack, einer Kameratasche, einem Stoffbeutel voller Essen und einem Koffer zu sehen. Trotzdem liebe Männerwelt: Genau an solchen Tagen brauchen wir eure Hilfe besonders – nicht, wenn wir nur eine Reisetasche die Treppe runter tragen!  Und Vielen Dank an alle Frauen, die mir gestern ihre Hilfe angeboten haben!

Ein Robo auf Reisen: London (1)

Am späten Nachmittag sollte es losgehen. 17.30h wurden die Motoren des Busses angelassen und wir setzten uns in Bewegung. Für mich war die Fahrt eine ziemlich wackelige Angelegenheit:

Die Fahrt war lang – die Nacht dafür umso kürzer (als Roboter braucht man ja glücklicherweise nicht so viel Schlaf…). Jede Minute stieg die Vorfreude und als wir endlich Calais erreichten konnte ich zum Glück die Passkontrolle umgehen – man hatte mich übersehen.

Die Fähre fuhr sehr früh am Morgen und obwohl es verboten war, blieb ich im Bus. Meine Reisekollegen – inklusive meiner Mitbewohnerin – gingen auf die oberen Decks. Leider verpasste ich den wunderbaren Blick auf die beleuchteten Häfen von Calais und von Dover bei Nacht. Nach etwas über einer Stunde erreichten wir schließlich die Insel. Unser erster Halt war eine Raststätte bei der wir ausgiebig frühstückten. Obwohl ein „full English Breakfast“ im Angebot war, entschied ich mich für Cornflakes. Dazu gab es eine Tasse „Earl Grey“ mit Milch und Zucker – mmh war das lecker!

Nach dem ausgiebigen Frühstück ging es weiter – London war nur noch ca. 1h Fahrt entfernt. Zwischen 8 und 9 Uhr erreichten wir die Metropole. Das Hotel war leider nicht so einfach zu finden, wie erhofft. Zum Glück war die Baustelle, die wir schließlich zu sehen bekamen, nur vor der Tür:

Unsere Zimmer konnten wir aufgrund der Tageszeit noch nicht beziehen. Die Koffer durften aber abgestellt werden und dann ging die Entdeckungsreise los!

Mit der U-Bahn fuhren wir zunächst Richtung Westminster. Das House of Parliament und Big Ben wollten bestaunt werden. 

Danach ging es weiter zu den Horseguards, dem Buckingham Palace (dort fand just in dem Moment als wir vorbei liefen der Wachwechsel statt), Trafalgar Square und gegen Mittag erreichten wir dann Picadilly Circus. Wir hatten alle einen gewaltigen Hunger und suchten nach einem passenden Restaurant. Rund um uns herum waren nur Restaurants über unserem Preisniveau – 16 Pfund für eine Portion fish and chips ist doch etwas viel. Zufällig sprach uns aber ein junger Mann an, der uns einen Flyer in die Hand drückte. Wir landeten in einem kleinen Lokal, das gerade 4 oder 5 Tische hatte. 2 Gänge für 6.90 – „The Cellar Bistro“ ist wahrlich super! Nach dem leckeren Essen erwarteten uns in London noch viele Sehenswürdigkeiten – davon berichte ich euch morgen 😉

 

 

Brügge

Anfang dieses Jahres hatte ich die Möglichkeit diese wunderschöne belgische Stadt zu erkunden. Da das allerdings nur ein sehr kurzer Besuch war (ca. 1 Stunde), habe ich mich umso mehr gefreut, als am Sonntag ein Film im Fernsehen lief, der in ebendieser Stadt spielte. So konnte ich neue Seiten von Brügge kennenlernen und mich an meinen kurzen Aufenthalt dort erinnern.

Zunächst kamen mir die engen Gassen und das Kopfsteinpflaster in den Sinn. Beeindruckender und der Grund des Zwischenstopps in Brügge war der Beginenhof. Von außen wirkte es mit dem dort breiter werdenden Fluss und den Schwänen bereits einladend, doch betrat man den Hof erst einmal durch das Tor, an dem sich die Besucherströme stauten, befand man sich in einer Oase der Ruhe inmitten der sonst belebten Stadt. Eine große Blumenwiese wurde von schlichten, weißen Häusern umrahmt. Nur die Kirche hob sich farblich ab.

Die Eindrücke, die ich bei meinem Kurzbesuch in Brügge gewonnen habe, bevor es weiter nach Seebrügge zur Fähre Richtung England ging, bewirken,dass ich die Stadt noch einmal in Ruhe und mit viel Zeit besichtigen möchte. Außerdem warten noch die Pralinen darauf probiert zu werden – dazu hatte die Zeit leider nicht gereicht…