Tschüß Stuttgart. Hallo München!

Gestern nahm meine Prüfungsphase ein jähes Ende. Nicht gewollt, nicht von mir verschuldet – sondern vom Dozenten. Leider hatte er uns vergessen und deshalb fiel die letzte Prüfung aus. Oder besser ausgedrückt: die Prüfung wurde verschoben. Zeitnah soll sie nachgeschrieben werden.

Da folgt schon das nächste Dilemma. Manche meiner Kommilitonen sind ab Montag im Ausland, andere ab Januar oder Februar für „a semester abroad“. Wie soll da ein für alle passender Termin gefunden werden?!? 

Auch ich packe meine Koffer und verlasse Stuttgart für die nächste Zeit. Mir fällt der Abschied schwer – ich habe hier viele Freunde gefunden und fühle mich dadurch sehr wohl und auch „daheim“. Jetzt wartet auf mich eine andere Großstadt – München, um genau zu sein. 

Irgendwie haben wir gestern noch das Ende der Prüfungsphase gefeiert und auch die ausgefallene Prüfung. Die Party habe ich um kurz vor 12 verlassen, weil meine Koffer noch nicht fertig gepackt waren und der Aufbruch naht. Schweren Herzens verlasse ich nun Stuttgart… und freue mich auf das Wiedersehen mit allen, die ich jetzt mindestens drei Monate nicht mehr sehen werde. Tschüß Stuttgart. Hallo München! 

Grüße aus dem Hier und Jetzt

Die Tage verstreichen und von mir hört man nichts mehr. Wieso? Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Prüfungen. Viele Prüfungen.

Mein Duales Studium bringt die ein oder andere Anstrengung mit sich und die Prüfungswoche stellt mich jedes Mal wieder auf’s Neue auf die Probe und bis jetzt hat immer alles ganz gut geklappt. Hoffentlich auch dieses Mal.

Daneben hat sich auch bei meinem „kleinen Freizeitprojekt“ was getan. Irgendwann habe ich euch mal von TeWiS erzählt, dem Podcast den ich mit ein paar Kommilitonen mache. Wir haben die Möglichkeit bekommen, am Studientag (21.11.) unserer Hochschule – der DHBW Stuttgart – in einem Vortrag für uns Werbung zu machen. Von 11.30h bis 12h hoffen wir einen Raum zu füllen und möglichst vielen Studieninteressierten und -anfängern unseren Podcast näher zu bringen.

Deswegen verteilt sich meine Aufregung im Moment auch gleichmäßig auf die „Events“ in dieser Woche. Zwischen vier Prüfungen eingepackt sind Vortrag, Standdienst bei einer Messe und noch die ein oder andere Aufgabe meine Arbeit betreffend. Für mich wird es stressig, spannend und ich erlebe viel Neues.

Am Samstag breche ich dann meine Zelte in Stuttgart ab, denn die Theoriephase hat dann ihr Ende gefunden. Es geht wieder Richtung München – und somit zumindest wieder in mein Heimatbundesland. Die Heimatstadt ist trotzdem noch genauso weit entfernt. Besonders freue ich mich schon auf Tollwood – das ist definitiv meine liebste Veranstaltung in München! Auch steht ein Ausflug nach Salzburg an und was mich ganz besonders freut: endlich sehe ich ein paar gute Freunde wieder! Wobei ich auch einige Leute von hier – Stuttgart – vermissen werde… aber so ist das halt, wenn man ein duales Studium macht.

Aber für euch gilt: Haltet die Augen und Ohren offen! Bald werdet ihr wieder mehr von mir hören!

40m nach oben – und der Schlossplatz liegt zu deinen Füßen

Gestern – am Tag des Handwerks – fand auf dem Stuttgarter Schlossplatz Aktion statt bei der sich viele Unternehmen präsentiert haben. Dort konnte man einiges entdecken und außergewöhnliche Sachen erleben. So war es zum Beispiel möglich, sich mit einem Kran in einer Gondel 40 Meter in die Luft heben zu lassen und einen außergewöhnlichen Blick auf Stuttgart werfen. Ich habe die Chance genutzt und dabei ein Fotos gemacht, die ihr jetzt bestaunen könnt:

Mit der Gondel gings weit nach oben

 

Blick durch den Boden der Gondel

Die Königsstraße in klein

Der Schlossplatz aus 40m Höhe

Das Schloss und im Hintergrund die Stadt

Kurzbesuch in einer anderen Welt

Im Frühjahr war ich beim VCFe – und im Herbst (also jetzt) beim Tag der offnen Tür des Shackspace, dem Stuttgarter Hackerspace. Zwei Nerdtreffen, die unterschiedlicher nicht sein könnte, aber trotzdem unglaublich viele Gemeinsamkeiten hatten.

Man könnte sagen, der Shackspace ist ein Schuppen voller Verrückter, die sich und das ganze Gebäude über kurz oder lang in die Luft jagen werden. Oder aber man betrachtet die Innovationskraft und Kreativität, die an diesem Ort vorherrscht. Ein Sammelsurium an unglaublichen Dingen bildet den Rahmen und mittendrin einige Leute, die daraus Neues bauen. Es gibt alles, was man sich an technischem Spielzeug nur vorstellen kann. Server, Oszilloskope, ein Aufnahmestudio, Platinen, Lötkolben, eine Drehbank – die Liste ist unendlich fortführbar. Wie genau man an einen Industrielüfter oder eine alte Telefonzelle kommt, weiß ich nicht, aber auch das gibt es dort. Einen Platinendrucker haben die Jungs und Mädels vom Shackspace oder einen Staubsauger, den sie aus drei kaputten Exemplaren zusammengesetzt haben.

Im ganzen Gebäude herrscht eine ausgewogene Mischung aus Chaos und Kreativität – Wände sind bemalt, es fliegt überall Technik rum und ein paar alte Sofas schaffen Gemütlichkeit.

Als ich heute am Shackspace ankam – irgendwo in einem Teil Stuttgarts in dem ich noch nie zuvor war – wurde ich herzlich empfangen und man hat mir gleich alles erklärt. Man kümmert sich dort um Besucher und die fühlen sich deshalb sofort wie zu Hause.

Mich hat der Kurzbesuch im Shackspace begeistert! Vielleicht wiederhole ich ihn irgendwann – und komme zum Beispiel zum nächsten Tag der offenen Tür. Und auf jeden Fall empfehle ich allen dort mal vorbeizuschauen – bei den Kreativen Bastlern vom Hackerspace Stuttgart.

Das Gefängnis der Bücher

Ein schönes, altes, hergerichtetes Haus. Wenn man es betritt, fühlt man sich geborgen, wie zu Hause. Die Einrichtung ist aus Holz, der Boden ist aus bereits etwas abgetretenem Parkett und in den Ecken und Nischen stehen gemütliche Sessel. Zwischen den eng aneinander stehenden Regalen sind vereinzelt Menschen anzutreffen. Und sie alle verbindet die Liebe zu Büchern.

So stelle ich mir eine Bücherei oder Bibliothek vor. Aber die Stuttgarter Zentralbibliothek ist da ganz anders. Schon von außen ist das Gebäude außergewöhnlich – es ist ein weißer Quader mit vielen Fenstern. Es wirkt fast einschüchternd und wenn man durch eine der vier Eingangstüren tritt (an jeder Seite des Gebäudes eine), dann tritt man in ein hochmodernes Gebäude. Auch Innen ist das Gebäude ganz in weiß gehalten, alles wirkt steril. Die Bücherausleihe, Bücherrückgabe, das Bezahlen von Gebühren – alles geht vollkommen automatisiert. Für all diese Dinge braucht es kein Personal. An vereinzelten Infopunkten sitzen noch Angestellte und stellen Büchereiausweise aus. Bezahlen muss man aber am Automaten. Wenn die Technik ausfällt, geht gar nichts mehr.

 

 

Die Raumaufteilung des Gebäudes ist verwirrend. In der Mitte des Grundrisse befindet sich ein Raum – dieser ist quadratisch, genauso wie das Haus selbst. 4 Stockwerke hoch ist der Raum und nimmt einen großen Teil des Gebäudes ein. Darin befindet sich nur ein winziger Brunnen. Grundriss des Brunnens: ein Quadrat. Da der Raum vollständig im Inneren des Gebäudes liegt, dringt nur wenig Licht durch die verschiedenen Eingänge hinein. Es ist düster. Der Platz zwischen diesem kleinen Würfel im Würfel dient zur Aufbewahrung von Büchern und anderen Medien.

 

Erreicht man das vierte Obergeschoss ist plötzlich wesentlich mehr Platz vorhanden. Man steht praktisch auf der Würfel-Halle und die gesamte Grundfläche wird nun für Regale genutzt. Aber das ist ein Ausnahmefall. Blickt man vom vierten Stock nach oben, sieht man die Decke des obersten Stockwerks. Also auf, es gibt noch einige Treppen zu steigen. Bis in den 8. Stock – weiter nach oben geht es nicht. Außer man begibt sich auf das Dach des Gebäudes. Von dort ist die Sicht über die ganze Stadt atemberaubend.

 

Die Auswahl der Bibliothek ist riesig. Jeder darf sich unglaublich viele Medien ausleihen, neben Büchern und Zeitschriften gibt es CDs und DVDs. Jeder kann sich Notebooks zum arbeiten ausleihen. Im 8. Stockwerk gibt es ein Café, die Toiletten sind im 1. UG. Für alle Eventualitäten ist gesorgt.

Und doch: die Bücherei wirkt kalt. Wird das Gebäude nicht mehr als Bücherei verwendet, kann man es zum Krankenhaus umfunktionieren, so steril wirkt alles. Die Bücher sind keine Bewohner des Gebäudes – sie sind Gefangene. Gefangene im Gefängnis der Bücher.

Rise against <3

Freitag, der 02. März 2012. Nach einer (hoffentlich) erfolgreich geschriebenen BWL-Prüfung begebe ich mich zurück ins Studentenwohnheim, werfe schnell die wichtigsten Sachen in einen Koffer und verlasse dann fluchtartig – aber ohne Koffer – mein Zimmer.

Nein, da ist nichts schief gelaufen. Auch wenn ich den Nachmittag über total müde war, hatte sich das Abends schlagartig gelegt. Immerhin wartete eine für mich neue Erfahrung auf mich – mein erstes Konzert. Schon Anfang Januar hatte ich die Karte gekauft und mich seitdem gefreut, den letzten Abend in Stuttgart zusammen mit meinem Kommilitonen beim Konzert von Rise against zu genießen. Es hat sich gelohnt! Für mich war es eine unglaubliche Erfahrung, ich hatte einen wunderbaren Abend und will unbedingt wieder auf ein Konzert!

Obwohl wir nicht gleich zu Beginn des Einlasses an der Halle waren, kamen wir noch in den vorderen Bereich der Stehplätze. Leider waren die Vorbands nicht unbedingt nach meinem Geschmack (Architects und Touché Amoré), dafür war Rise against umso besser! An dem Abend spielten sie nicht nur Lieder aus ihrem neusten Album Endgame, sondern auch Lieder aus den anderen fünf Alben (die ich teilweise noch gar nicht kannte). Immer wenn ich jetzt die Lieder, die an dem Abend gespielt wurden, höre, erinnere ich mich zurück und hoffe auf eine baldige Wiederholung!

#StopACTA – Die Jugend auf der Straße

Die Generation Internet demonstriert gegen ACTA. Ich war in Stuttgart mit auf der Straße und habe eine Entscheidung bereut: Meine DSLR nicht mitzunehmen. Heute wurden nicht Schuhe in die Höhe gestreckt, sondern Kameras. Jeder hat wohl in irgendeiner Form die Demonstration bildlich festgehalten und bestimmt die Hälfte der Leute hatte eine Digitale Spiegelreflex dabei.

Treffpunkt war um 15h am Friedrichsbau (Börse). Als ich ankam war schon der gesamte Platz gefüllt. Unglaublich viele Menschen mit Guy Fawkes-Masken, Plakaten und Fahnen waren gekommen. Die Gestaltung der Plakate war dem Altersdurchschnitt entsprechend: Jugendsprache (ACTA DAFUQ) und memes überall wo man nur hinsah.

Die Stimmung war super. Es hat Spaß gemacht an der Demonstration teilzunehmen – über die ein oder andere lustige Situation wurde gemeinsam gelacht und – natürlich – gemeinsam gegen ACTA demonstriert. Ein paar Jugendliche hatten einen Einkaufswagen inkl. Musikanlage dabei, es wurden Guy Fawkes-Masken aus Papier verteilt, die Piraten zogen einen Wagen in Form eines Schiffs durch die Gegend und andere Parteien schwenkten ihre Fahnen. Es war der Wahnsinn, wie viele Leute teilgenommen haben! Ungefähr 5000 sollen es in Stuttgart gewesen sein…

 

Zum Abschluss versammelten sich alle noch einmal beim Schlossplatz. Gemeinsam wurden Sprüche wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Freiheit klaut“ geschrien und munter zu „Wer nicht springt ist für ACTA“ gehüpft.

Am besten schaut ihr euch Fotos von den Demonstrationen an, so bekommt ihr den besten Eindruck von der Stimmung. Und wenn ich es hinkriege, gibt es demnächst von mir auch noch ein Video mit Impressionen von der Demo.