Eine Informatikstudentin auf Abwegen

30. April. Die Sonne lacht und so lasse ich mich nach draußen locken. Nur: Was fange ich mit dem Rest des Tages an? Kurzerhand rufe ich eine Freundin an und so stolpere ich aus dem Büro in den Hörsaal. Aber nichts technisches oder gar Informatik erwartet mich als Vorlesungsthema – nein, ich sitze in „Geschichte der Philosophie“. Dank des schlechten Wetters ist der Hörsaal natürlich bis zum überquellen voll (nicht).

Zugegebenermaßen habe ich 90%  der Vorlesung nicht so ganz verstanden. Nur Aristoteles, Wien und Bamberg waren mir ein Begriff. Diese ganzen Philosophen sind Meister der Schachtelsätze. Wieso die nicht gleich alles in einen Satz gepackt haben verstehe ich wiederum auch nicht – das hätte auch keinen Unterschied mehr gemacht und sie hätten sich zudem noch zwei Punkte gespart.

Gut, dass ich das ich nicht Philosophie studiere – das Fach finde ich zwar an sich interessant, aber ohne den Lateinunterricht der letzten 8 Jahre ist man wohl aufgeschmissen.

Ein bisschen kann aber sogar ich aus der Vorlesung mitnehmen… auch wenn das wohl nicht die vom Professor gewünschten Erkenntnisse waren… So hat der nette Vortragende vorne am Pult seinen Studenten unter anderem vermittelt, dass es nicht nur eine Variante gibt Geschichte zu vermitteln. Das war jetzt wohl das Sinnvollste, was ich mir gemerkt habe. Meine restlichen „Lernerfolge“ beschränken sich darauf, dass wohl Statuen aus der klassischen Antike bewirken, dass „man sich wie im Schwimmbad fühlt“ oder sich bei den philosophischen Ergüssen des ein oder Anderen sich die Frage stellt: „War es eine Frau, eine Vision oder hatte er einfach Fieber?“ Also das, was er gesehen hat, ist gemeint.

Für mich ist das philosophische Fach wohl nicht das Richtige. Es ist an sich schon interessant, aber für sowas bin ich dann wohl zu zappelig. Und ich finde leider auch immer wieder Dinge, die ich sehr sehr sehr unlogisch finde (weshalb ich sie auch nicht lernen möchte). Ob die Philosophen alle von ihren eignen Thesen überzeugt waren? Kann ich mir irgendwie nicht vorstellen…

Auch das Universitätsstudium wäre wohl nichts für mich. Es ist alles so unpersönlich und ich nenne es mal anstrengend. Knapp zwei Stunden nur zuhören und mitschreiben ist nichts für mich. Deswegen habe ich wohl auch diesen Post während der Vorlesung verfasst…

Die Qual der Wahl – was werde ich mal?!?

Im Kindergarten wollte ich Försterin werden, in der Grundschule Archäologin und in der Unterstufe abwechselnd beides. In der Mittelstufe wollte ich BWL oder Management studieren, in der Oberstufe dann Buchwissenschaften oder Germanistik.

Wenn nichts mehr schief geht bzgl. des Abiturs werde ich ab Oktober Angewandte Informatik studieren.

Viele Schüler wissen auch kurz vor dem Schulabschluss noch nicht, welchen Beruf sie später ausüben möchten. Leider mangelt es oft an Unterstützung und an Übersichtlichkeit des Angebots.

Helfen soll den Schülern der Berufsberater. Viele meiner Mitschüler sagten mir, dass man sich die Zeit sparen kann – es bringt sowieso nichts. Ehrlich gesagt habe ich ihnen erst nicht geglaubt. Also habe ich einen Termin beim Berater ausgemacht und hoffte auf brauchbare Tipps. Ich hätte wirklich auf die Anderen hören sollen! Es war zwar ein nettes Gespräch, aber die Aussage „Mit den Noten können sie alles machen“ brachte mich nicht wirklich weiter. Meine Noten kann ich mir auch daheim anschauen und ich weiß selbst, in welchen Fächern ich gut oder schlecht bin.

Auch in der Schule haben wir kurz über die Berufswahl gesprochen. Was ich davon mitnehmen konnte waren Internetadressen für Online-Berufswahltests. Daheim probierte ich diese aus… Das Ergebnis was nicht gerade zufriedenstellend. Die Vorschläge für Studiengänge waren genauso unterschiedlich wie unbrauchbar – ich hatte nicht vor das Fach, das mir am allerschwersten fällt, zu studieren.

Letztendlich bleibt den Schülern noch die Möglichkeit im Internet oder in dem grünen Buch der Arbeitsagentur die Studiengänge (oder Ausbildungen) durchzuschauen. Leider mangelt es dabei oft an Übersichtlichkeit. Beispielsweise werden gleiche oder ähnliche Studiengänge an verschiedenen Hochschulen oft sehr unterschiedlich betitelt. Das macht die Suche nach dem richtigen Studium an der richtigen Hochschule zwar schwerer, aber  es gilt: Nicht aufgeben! Irgendwann findet man das Richtige!